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ONE STOP REAL ESTATE
Ausgabe 02 / Januar 2010

Der 2-Promille-Reiter auf Koh Samui

Wie ein Motorradfahrer aus Karlsruhe die neuen Alkoholkontrollen überlebte

Tommi aus Karlsruhe auf seiner Honda Shadow: Eine Stunde ausnüchtern, eine Flasche Wasser und eine Standpauke. Keine weiteren Folgen.

Die gute Nachricht für alle, denen ein sicherer Straßenverkehr etwas bedeutet: Auf Koh Samui hat zum Jahreswechsel das Zeitalter gezielter Alkoholkontrollen begonnen. In Maenam zog die Polizei bei mehreren Großeinsätzen einige Dutzend Promilleritter aus dem Verkehr. Die Eintrübung der Nachricht folgt Gewehr bei Fuß. Nach einer einstündigen „Ausnüchterungsphase“ durften die Sünder ihre Reise selbst fortsetzen.

Tommi (48) aus Karlsruhe bretterte einen Tag vor Silvester gegen 22 Uhr in Höhe der Maenam-Polizeistation in die Falle. Auf beiden Seiten stoppten Beamte den Verkehr und ließen ausnahmslos jeden Kontrollierten ins Röhrchen pusten. Bei Tommi war das Resultat wenig ernüchternd: 2 Promille druckte das Digitalgerät schwarz auf weiß aus. Dem Reiter einer schwarzen Honda Shadow 600 rutschte das Herz in die Hose. Er musste direkt auf dem Zettel unterschreiben und seine Personalien angeben.

Den in die Hand eingerollten 1000-Baht-Besänftigungsschein ignorierte der Polizeibeamte geflissentlich. Tommi musste absteigen, sich eine Flasche Wasser kaufen und dann eine Stunde lang am Kontrollpunkt schmoren. Anschließend gab’s eine Standpauke von den Ordnungshütern. Verbunden mit der Drohung, im Wiederholungsfalle einen Tag hinter thailändischen Gardinen zu verbringen.

Was den Karlsruher Sonnenreiter, der seit elf Jahren regelmäßig auf Samui überwintert, am meisten wunderte, war die Tatsache, dass er nicht mal einen Führerschein oder Reisepass vorzeigen musste. „Die Polizeibeamten waren sehr korrekt und freundlich, und ich kann mich über die Behandlung wirklich nicht beschweren“, sagt Tommi. Auch nicht über das glückliche Ende der Kontrolle. Um 23 Uhr stieg der nun leicht ausgenüchterte Biker auf seinen Chopper und donnerte mit dem Segen der Uniformierten davon.

In den ersten Wochen der neuangelegten Alkoholkontrollen kamen die ertappten Fahrer allesamt mit einem blauen Auge davon. Auch ein deutscher Barbesitzer aus Maenam, der sage und schreibe 3,5 Promille im Blut gehabt haben soll. Er ging der Polizei ebenfalls in Maenam ins Netz und durfte dennoch selbst mit seinem Pkw nach Hause fahren. Diese Geschichte logiert in der Samuianischen Stammtisch-Hitparade derzeit unangefochten auf Platz 1.

Das könnte sich bald ändern, schenkt man den Beteuerungen der Polizei Glauben. Die verweist auf eine Anordnung aus Bangkok, die nach Phuket auch auf Samui mit den seit Jahren ungeahndeten Alkoholfahrten Schluss machen soll. Wer mehrfach auf Promille-reise über die Insel geht und erwischt wird, könnte dann tatsächlich härtere Zeiten vor sich haben. – Der FARANG wird dieses Thema weiter im Auge behalten – selbstredend nüchtern und objektiv.

Sam Gruber

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