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ONE STOP REAL ESTATE
Ausgabe 09 / April 2009

Das Land des Lächelns – aber warum?

Traditionell gekleidete Thailänderinnen lächeln in die Kamera des ausländischen Fotografen. Welche Gedanken verbergen sich wohl hinter den freundlich lächelnden Gesichtern?

Thailand – Das Land des Lächelns“, so oder so ähnlich springt es uns aus Tausenden Reiseführern, Broschüren und Urlaubskatalogen über Thailand entgegen. Nur ein Werbeslogan oder steckt doch mehr dahinter?

Am Flughafen in Bangkok begrüßen uns freundliche Plakate, von denen uns nicht selten traditionell gekleidete Thais anlächeln. Auch hier finden wir den Slogan: „Willkommen im Land des Lächelns“. Das mag einen nicht verwundern, denn welche Tourismusbehörde der Welt wäre nicht glücklich, mit solch einem positiven Image kokettieren zu können?

Schließlich hat sich dieses Attribut über Jahrzehnte nicht zuletzt dadurch gehalten, dass sich die Erwartungen der allermeisten Thailandbesucher bestätigen. Denn es stimmt – selbst in einer vom Großstadtstress nicht ausgenommenen Metropole wie Bangkok werden Sie auf ein eigenes Lächeln in der Regel immer ein Lächeln zurückbekommen.

Fragt man Touristen nach den Gründen dafür, herrscht oft der Tenor, die Thais seien eben ein ausgesprochen freundliches und glückliches Volk. So etwas wie die schwermütige Lebenseinstellung einiger Europäer gäbe es in der Mentalität der Thais einfach nicht. Andere führen den vermeintlichen Frohsinn der Thais auf ihre Religion zurück – immerhin sind 94 Prozent der thailändischen Bevölkerung Buddhisten, und denen sagt man doch eine besonders zufriedene und glückselige Lebensart nach, oder?

Das mag sein, allerdings trifft es auch zu, dass viele Thais nach unseren Maßstäben vielleicht gar nicht allzu viele Gründe zum Lächeln haben. Oft ist deren Leben geprägt von minderwertigen Arbeiten, geringen Löhnen und nicht bezahlten Überstunden. Was also ist der Grund für das beinahe allgegenwärtige Lächeln der Thais?

Die Antwort darauf ist die einfache Tatsache, dass das Lächeln („yim“) in Thailand als die am ehesten angemessene Reaktion auf jede Art von Situation angesehen wird. Dabei gibt es eine ganze Bandbreite von verschiedenen Formen und Bedeutungen des Lächelns. Genau genommen gibt es 13 unterschiedliche Arten, wobei einige davon alles andere als eine freundlich gemeinte Geste an den Adressaten sind. Gut bekannt könnte dem durchschnittlichen Thailand-Touristen dabei das „Ich-bin-aus-beruflichen-Gründen-genötigt-zu-lächeln-auch-wenn-ich-gar-nicht-will-Lächeln“ („Feun yim“) oder das „Ich-lächle-weil-ich-dich-gleich-übers-Ohr-haue-und-du-es-nicht-merkst-Lächeln („Yim mee lay-nai“) sein. Alltäglich begegnet uns wahrscheinlich das „Yim tak tai“, ein höfliches Lächeln, das an Fremde oder nur flüchtig Bekannte gerichtet wird.

Wenn Sie also das nächste Mal irgendwo stolpern und jemand beginnt zu lächeln, dann heißt das vermutlich nicht, dass er sich über Sie lustig macht. Viel eher handelt es sich dann wohl um ein „Yim yair-yair“, ein Lächeln, mit dem man jemandem einfach aus einer peinlichen Situation helfen will.

Simon Grünke

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