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ONE STOP REAL ESTATE
Ausgabe 22 / Oktober 2008

Wie eine Britin den eigenen Hund zurückkaufen musste

Kuriose Geschichte auf Samui: Thais in Baucamp beschuldigten Engländer des Hundediebstahles

Adrian T. mit dem Mischling „Tiger“ im Garten des Anwesens an der Soi Somwung. Nach über einem Jahr meldeten sich plötzlich die angeblichen Hundebesitzer.

Samui. Auf Koh Samui herrscht wie in vielen Teilen des Landes eine regelrechte Hundeplage. Streunende Vierbeiner, die sich fast ungehemmt vermehren, kosten in der Paarungszeit Einheimische und Urlauber häufig den Schlaf. – Dass einer dieser Herumtreiber einen Kaufpreis wie ein Rassehund erzielt, ist eine kuriose Geschichte auf der Urlaubsinsel, die sich Ende September zugetragen hat.

Hauptdarsteller in dem Stück ist der knapp zweijährige Rüde „Tiger“, dem sein Frauchen Terry T. (43) aus Essex bei London den Namen wegen seines getigerten braun-schwarzen Felles verpasste. Der kleine Tiger lief dem Ehepaar Terry und Adrian im Frühjahr 2007 bei Lamai als Welpe zu und wurde aus Mitleid durchgefüttert. Da sich niemand des Strassenhundes annahm, hängten ihm die neuen Besitzer einige Monate darauf ein Halsband um und ließen ihn vom Tierarzt untersuchen, impfen und später auch kastrieren.

Tiger entwickelt sich binnen 15 Monaten zum prächtigen Wachhund, der das Anwesen von Terry und Adrian T. in den Bergen bei Lamai wie sein eigenes Revier betrachtet und verteidigt. Diverse Ausflüge des unternehmungslustigen Rüden kosteten das englische Ehepaar einige tausend Baht. Tiger riss Hühner und machte einmal sogar einem Affen den Garaus – mit Geld und guten Worten wurde das Malheur jedes Mal einvernehmlich mit den benachbarten Thais geregelt.

Ende September ereignete sich dann die Geschichte, an der Terry und ihr Gatte Adrian bis heute schwer zu knabbern haben. Ein Thaiehepaar aus einem 500 Meter entfernten Bauarbeiter-Camp wurde vorstellig und beanspruchte lautstark den Rüden Tiger für sich. „Zunächst verstanden wir gar nicht, was die von uns wollten. Mit Händen und Füssen und der Hilfe eines Thainachbarn erfuhren wir dann den Grund für den Hausbesuch“, schildert Terry.

Mit Nachdruck reklamierte vor allem die Thaifrau, dass Tiger von den Engländern aus dem Arbeitercamp an der Soi Somwung gestohlen worden sei. Als alles Schlichten nichts half und die Polizei in Lamai den Weg in die Polizeizentrale Chaweng nahe legte, schalteten Terry und Adrian Liz Luxen als Übersetzerin ein.

Auf der Polizeistation geriet der Kampf um Tiger endgültig zur Groteske. Der sichtlich amüsierte Polizeioffizier stellte drei Lösungsvarianten in Aussicht: den Hund zu teilen, ihn den Thais abzukaufen oder vor Gericht zu ziehen. „Den eigenen Hund kaufen, das muss man erst Mal verdauen“, schüttelt Adrian T. den Kopf. „Weil wir Angst um Tiger hatten, haben wir dann doch zähneknirschend dem Erwerb zugestimmt.“

Die geforderten 20.000 Baht handelte Liz Luxen nach zähen, fast dreistündigen Verhandlungen auf 7.000 Baht herunter. Danach wurde ein Protokoll erstellt und Tiger offiziell und per schriftlichem Dekret als der Hund von Terry und Adrian T. bestätigt. Dass am Ende beide Parteien tierisch verärgert waren, verstehen Farangs, die lange in Thailand leben sehr gut. Anstelle der erhofften 20.000 Baht gab’s für die Klägerin nur ein Drittel der Summe. Sie weinte am Ende vor dem Polizeirevier Chaweng bittere Tränen. Welcher Verlust ihr so zusetzte, sei nicht ersichtlich gewesen, sagt Adrian T.

Terry und Adrian halten ihren Tiger seither vorsichtshalber in ihrem Anwesen unter Verschluss. Noch mehr Ärger wollen sie sich wegen des zugelaufenen Mischlings nicht einhandeln. Weil sie dem Rechtssystem an ihrem neuen Wohnort nicht mehr trauen, haben sie ihr wunderschönes Wohnhaus nun zum Verkauf bzw. zur Vermietung ausgeschrieben. Sie wollen aus psychologischen Gründen an anderer Stelle einen Neuanfang machen.

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Drogen-Opfer kam mit blauem Auge davon

Koh Phangan. Eine völlig verkorkste Hochzeitsreise ist für den Italo-Briten Nicola M. nach einem kurzen Gefängnisaufenthalt und einer Drogenanklage nun doch noch glimpflich zu Ende gegangen. Genau einen Monat nach seiner Festnahme wegen eines Joints auf der Vollmondparty (DER FARANG berichtete) konnte der 28jährige am 8. Oktober die Heimreise nach London antreten.

Aufgrund der Intervention von Liz Luxen aus Koh Samui wurde das Verfahren beschleunigt und nach knapp vier Wochen mit einer 2.500 Baht Geldstrafe abgeschlossen. Das Provinzgericht Samui verurteilte den geständigen Briten zur Mindeststrafe. Auf Koh Phangan, wo ihm während der September Vollmondparty eine Marihuana Zigarette untergejubelt worden war, konnte Nicola M. seinen Reisepass wieder abholen. Auch die Kaution in Höhe von 40.000 Baht erhielt er zurück erstattet.

Liz Luxen warnt Besucher der Vollmondparty, von anderen Partygängern angebotene Joints oder Ecstasy Pillen anzunehmen. Darunter seien auch organisierte Schlepper, die anschließend die Polizei informieren und dafür eine Prämie kassieren. Liz: „Finger weg von jeglicher Art von Drogen! Der Spass steht in keinem Verhältnis zu den Folgen.“

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