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ONE STOP REAL ESTATE
Ausgabe 02 / Januar 2007

Seit 28 Jahren führt Stefan Loose durch exotische Gefilde zu den schönsten Stränden und Sehenswürdigkeiten, durch das Dickicht von Dschungel und Fahrplänen, zu den günstigsten Unterkünften und besten Restaurants. Denn als die ersten Rucksack-Touristen Thailand erreichten, war der Berliner schon ein leidenschaftlicher Südostasien-Fan.

Die Schöpfer der Südostasien-Bibel

Damals machte der angehende Lehrer lieber seine Reiselust zum Beruf und verfasste die ersten deutschen Traveller-Handbücher für diese reizvolle Region. Obwohl der Verlag mit seinen fast 40 Globetrotter-Titeln inzwischen verkauft ist, recherchiert sein Gründer mit Ehefrau Renate noch immer höchstpersönlich für die kultigen, orangefarbenen „Südostasien-Bibeln“ - und das auch in Pattaya.

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Asien aus Lust und Leidenschaft

Interview mit den Südostasien-Spezialisten Stefan und Renate Loose

Von Volker Klinkmüller

Nicht nur ein erfolgreiches Verleger- und Autoren-, sondern auch ein stets inniges Ehepaar: Die gemeinsame Leidenschaft des Reisens und Recherchierens zählt zu den wichtigsten Komponenten im Leben von Stefan und Renate Loose, deren Thailand-Handbuch als Flaggschiff und Bestseller der Loose-Edition gilt. Es zählt es zu den meistverkauften deutschsprachigen Reiseführer überhaupt.

Willkommen in Pattaya! Sie sind vor fast vier Monaten nach Asien aufgebrochen - welche Destinationen haben Sie bereist und was für Eindrücke konnten Sie dabei sammeln?

Seit wir unseren Verlag verkauft haben, schätzen wir die Zeit, in andere Länder zu reisen, die wir früher nicht besuchen konnten. So waren wir unter anderem bereits in Pakistan, Nepal, Tibet und China unterwegs sowie erneut für zwei Monate in Indien. Dieses Land ist unsere heimliche Liebe und lässt uns nicht mehr los. In Indien existiert eine unheimliche Vielschichtigkeit, die viel Zeit benötigt und uns eine Brücke zum Verständnis zwischen unserer westlichen und den asiatischen Kulturen baut.

Sie sind nun seit 30 Jahren verheiratet, haben Sie Kinder? Wie vereinbaren Sie all Ihre Reisen mit Ihrer Familie?

Ja, wir haben einen Sohn. Der heisst Mischa und ist nun schon 24 Jahre alt. Während der ersten 15 Jahre war er fast immer mit dabei, so dass er seine Zeugnisse oft erst im nächsten Schuljahr erhalten konnte. Mittlerweile ist er selbständig, studiert in Berlin und London Südostasien-Wissenschaften. In seinen Weihnachtsferien hat er uns nun sogar hier unten in Thailand besucht, so dass wir endlich einmal wieder gemeinsam auf Recherche unterwegs gewesen sind. Das waren wunderschöne Tage für uns.

Warum haben Sie Ihren erfolgreichen Reiseführer-Verlag eigentlich an „DuMont“ verkauft - und tingeln heute als frei arbeitende Autoren durch die Länder?

Wenn man Zeit auch für andere Dinge haben möchte, muss man einfach die Konsequenzen ziehen. Für uns war es wichtig, dass das, was wir aufgebaut haben, in die richtigen Hände kam, die Mitarbeiter ihre Jobs behielten und der Fortbestand der Reihe sichergestellt war. Natürlich waren wir in einem kleinen Verlag weitaus flexibler in Entscheidungsfragen, doch persönlich sind wir nun unabhängiger.

Der Name Loose ist eng mit dem deutschsprachigen Traveller-Tourismus nach Thailand verbunden. Denn allein für das Königreich kann die bekannte, orangefarbene Reiseführer-Edition mit drei verschiedenen Werken aufwarten. Sein erstes Südostasien-Handbuch hatte Stefan Loose vor fast drei Jahrzehnten noch auf einer klapprigen Schreibmaschine eingegeben. Heute umfasst die beliebte Globetrotter-Reihe insgesamt rund 40 Titel aus allen fünf Kontinenten und gilt trotz der vielfach herangewachsenen Konkurrenz als eine Art Premium-Marke. Anfang 2002 wurde der Berliner „Stefan Loose Verlag“ vom bekannten Kölner Verlagshaus „DuMont“ übernommen, das wenig später mit „Mairs Geographischer Verlag“ in Ostfildern fusionierte, um heute als „MairDumont“-Konsortium über 50 Prozent des deutschsprachigen Reiseführer-Marktes zu kontrollieren. Nach dem Verkauf seines Verlags frönt das Berliner Ehepaar Stefan (59) und Renate (53) Loose erst recht der grossen Reiselust: Es lebt rund fünf Monate des Jahres in der deutschen Hauptstadt, um die übrige Zeit auf erlebnisreichen Abenteuer- und Recherche-Reisen in asiatischen Ländern zu verbringen. Dabei pflegt das Autorenpaar auch gern mal in Pattaya vorbeizuschauen, das in seinen Reiseführern trotz kritischen Untertons längst nicht mehr die stiefmütterliche Behandlung von einst erfährt, sondern inzwischen mit erfreulich mehr Platz und Wohlwollen bedacht wird.

Neuerdings gibt es die artverwandten Lonely Planet-Reiseführer ja auch auf Deutsch. Befürchten Sie dadurch einen gravierenden Umsatzrückgang?

Nein, denn unsere neuesten Verkaufszahlen sprechen erfreulicherweise nicht dafür. Zwar ist mit diesen Übersetzungen ein direktes Konkurrenzprodukt entstanden, da sie für das gleiche Leser-Segment konzipiert sind. Unsere Bücher jedoch sind von eigenen, sehr engagierten Autoren für deutschsprachige Touristen geschrieben und mit Adressen und Hintergrundinformationen versehen, die besonders für diese interessant und relevant sind.

Werden all Ihre Recherchen umgehend zu Empfehlungen verarbeitet?

Während unserer Reisen ist es unmöglich, Hinweise und Ergänzungen sofort zu verarbeiten. Schliesslich können wir ja nicht den ganzen Tag mit dem Laptop herumlaufen. Deshalb sammeln wir alle Informationen und Unterlagen, um sie systematisch einzuordnen. Tagsüber inspizieren wir zumeist die Unterkünfte und besuchen Ausflugsziele, abends sind Restaurants und Unterhaltungsbetriebe an der Reihe. Die schriftliche, detaillierte Verarbeitung an Schreibtisch und Computer erledigen wir dann erst daheim.

Hat Ihre Leserschaft die Möglichkeit, Ihnen Tipps zu senden?

Natürlich. Die Leser/innen übersenden ihre Erfahrungen per Post - oder inzwischen zumeist per E-Mail an die Adresse info@loose-verlag.de. Die Loose-Reiseführer werden alle zwei Jahre aktualisiert und kommen kurz vor Beginn der Hochsaison auf den Markt. Allein zu Thailand empfangen wir über 200 Zuschriften pro Jahr. Sie enthalten oft sehr hilfreiche Anmerkungen, die wir während unserer Recherche überprüfen. Aber besonders brauchbare, aktuelle Tipps und Korrektur-Vorschläge stellen wir monatlich auf unsere Internet-Seite.

Sicher ist Ihr Erscheinen in Restaurants und Hotels gefürchtet. Reisen Sie anonym oder melden Sie Ihren Besuch an?

Wir besuchen die Lokalitäten anonym, denn die unabhängige, kritische Prüfung gilt ja schliesslich als Qualitätsmerkmal der Loose-Reiseführer. Natürlich kennen wir durch all die Jahre einige Gaststättenbesitzer und Hoteliers. Aber anmelden tun wir uns prinzipiell nicht. Das wäre ja auch vom Zeitaufwand her gar nicht zu schaffen. Allein für Bangkok haben wir 200 Hotels im Buch, rund 99 Prozent der Inhaber oder Betreiber kennen uns nicht. Wir begutachten die Unterkünfte und gehen wieder. Es gab da einmal Autoren, die ihren Recherche-Besuch in einem indischen Touristenort angekündigt haben. Als sie dann mit dem Zug im Dorf ankamen, stand der Bürgermeister mit einem Begrüssungskomitee und einer Blaskapelle bereit…. Natürlich konnten die Autoren unter solchen Bedingungen kaum noch objektiv recherchieren.

Durch Ihre Recherche übernehmen Sie sicherlich mehr Verantwortung als sich die meisten Leser vorstellen können…

Familien-Zusammenführung in Thailand: Sohn Mischa nutzte die Weihnachtsferien, um seine Eltern Stefan und Renate Loose auf einem Teil der Reiseführer-Recherche im Königreich zu begleiten. Zum gemeinsamen Reiseerlebnis zählte eine mehrtägige Mahout-Ausbildung, bei dem es allerlei aufregende Abenteuer zu bestehen gab.

Ja - wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und recherchieren deshalb so seriös und sorgfältig wie möglich. Durch die Streichung einer Empfehlung könnte ja schliesslich auch die Existenzgrundlage einer Familie oder eines Betriebs in Mitleidenschaft gezogen werden. Anderseits haben wir für einen Nationalpark mal einen gut versierten Guide - nennen wir ihn „John“ – empfohlen und bei der nächsten Recherche feststellen müssen, dass es mittlerweile mehrere „Johns“ gab…

Empfinden Sie eine Mitschuld an touristischen Auswüchsen, wie sie zum Beispiel so gern an den südthailändischen Phi Phi-Inseln festgemacht werden?

Als Reiseführer-Autoren kann man die Entwicklung zwar mit beeinflussen, aber letzten Endes nicht steuern. Sobald dank einer guten Infrastruktur der Tourismus in einer Region die wichtigste Einkommensquelle geworden ist, geht meist jegliche Einflussmöglichkeit verloren. Wer sollte denn da noch Einhalt gebieten können? Obwohl wir die schlimmen Zustände auf Koh Phi Phi ja in unseren Büchern immer drastischer beschrieben haben, sind unsere Leser trotzdem dorthin gefahren.

Und dann kam der Tsunami mit seiner gewaltigen Zerstörungskraft…

Der Tsunami hatte dort leider sehr viele Opfer gefordert, aber auch ein Urlaubs-Paradies zerstört, das schon längst keines mehr gewesen ist. Denn der Massentourismus hatte die Hauptbucht bereits in ein ökologisches Katastrophengebiet verwandelt. Der Wiederaufbau hätte nur ganz behutsam erfolgen sollen, indem man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt oder vielleicht auch nur noch Tagestourismus zulässt. Denn prinzipiell sollten wir nur so mit unseren Ressourcen umgehen, dass die Natur stets zu ihrem Recht kommt.

Wäre es nicht sinnvoller, den Lesern Ihrer Reiseführer gewisse Ziele vorzuenthalten?

Wir haben uns in unserer Laufbahn immer wieder bewusst verkniffen, über bestimmte Dinge zu schreiben, wenn es die lokalen Verhältnisse unserer Einschätzung nach nicht vertragen hätten. Denn es gibt nun mal Orte, deren Infrastruktur eine maximale Belastungsgrenze aufweisen. So zählten wir damals auch zu den letzten, die über die neue Destination Krabi geschrieben haben. Wir hatten lange darüber diskutiert - und den Text dann auch recht knapp gehalten.

Gelten Rucksack-Reisende - wie sie einst Koh Samui oder Koh Phangan entdeckt haben - heute noch immer als touristische Pfadfinder?

Mitunter mag das schon so sein. Doch der typische Backpacker gehört inzwischen - zumindest in Thailand - zur aussterbenden Spezies. Wir selbst haben uns damals immer sehr auf das besuchte Land eingestellt, wollten Erfahrungen in anderen Kulturen sammeln. Heutzutage jedoch sind die Leute bequemer geworden, wollen gnadenlos einkaufen und Spass haben. Für die meisten ist die Welt doch nur noch ein grosser Vergnügungspark - und mit ihrem Flugticket meinen sie, auch gleich den Eintrittspreis dafür bezahlt zu haben.

Was finden Sie als Südostasien-Spezialist am schönsten in Thailand?

Thailand hat beispielsweise eine hervorragende Verkehrsstruktur, die wir immer wieder geniessen. Auch die touristische Infrastruktur ist überaus angenehm. Ganz besonders schätzen wir natürlich die thailändische Küche - und die vielen Freunde und Bekannten, die wir hier nun zum Teil schon seit mehr als 20 Jahre kennen.

Wenn Sie die Regierung in Thailand übernehmen könnten - was wäre dann Ihre erste Amtshandlung?

Wir wollen uns nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen. Aber wenn wir tatsächlich einen Wunsch für Thailand verwirklichen könnten, dann würden wir den König unsterblich machen.

Wie gefällt es Ihnen in Pattaya, wie sehen Sie das Seebad in der Zukunft?

Wir müssen zugestehen, dass keiner von uns vor 20 Jahren hätte erahnen können, dass sich Pattaya so sehr zu entwickeln vermag. Es gibt heute ein erfreulich breites Angebot an hervorragenden Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sowie ein schier unerschöpfliches Unterhaltungsangebot. Doch wird Pattaya wohl auch immer ein Sündenbabel bleiben. Wir kennen diesen Küstenort ja schon irrsinnig lange - und glauben nicht, dass sich diesbezüglich viel ändern wird.

Tradition mit Farbe: Was in den 70er Jahren angesagt und für rund zwei Jahrzehnte verpönt war, hat bei den Loose-Handbüchern überlebt - und ist heute wieder trendy. Die Reiseführer der Stefan-Loose-Edition sind nicht nur für ihre detaillierten, besonders praxisnahen Informationen bekannt, sondern auch durch ihren traditionell orangefarbenen Einband. Doch in ihrem Innenteil glänzen die Bücher stets durch kreative Innovation: Ab 2007 erscheinen die Neuauflagen beispielsweise zwecks besserer Übersichtlichkeit mit einer neuen Gliederung und im Zweifarbdruck sowie mit noch mehr magazinartigen Hintergrund-Exkursen.

Was haben Sie hier besonders genossen?

Wir hatten zum Beispiel ein wunderbares Abendessen im neuen Restaurant „Mantra“. Obwohl wir auch einfache Garküchen und lauschige Bambus-Restaurants schätzen, hat es uns von seinem avantgardistischen Charakter, der eleganten Atmosphäre und der originellen, multi-kulinarischen Speisekarte her fasziniert. Natürlich haben wir dort auch bei den indischen Gaumenfreuden zugeschlagen.

Welche Orte werden als nächstes an der Reiseroute liegen?

Wir wären gern noch etwas länger in Pattaya geblieben, doch hatten wir schon auf Koh Mak, wo es uns ausserordentlich gefallen hat, einen längeren Aufenthalt eingelegt. Der hohe Termindruck unserer Recherche verlangt leider nach einer akribischen Einhaltung der Reiseplanung. Von Pattaya aus fahren wir über den Khao Yai-Nationalpark nach Chiang Mai. Anschliessend geht es über Umphang, Sukhothai und viele andere Orte in der Tiefebene zurück nach Bangkok, das aufgrund des rasanten Wandels einer besonders intensiven Recherche bedarf. Dann müssen wir noch hinunter in den Süden bis nach Phuket.

Sie haben neben Ihrem allgemeinen, umfassenden Thailand-Handbuch auch noch eine Spezialausgabe für den Süden herausgebracht. Planen Sie demnächst auch noch eine Ausgabe für Nord-Thailand?

Nein, denn die gibt es ja quasi schon. Sie trägt den Titel „Südostasien - Die Mekong-Region“, umfasst ebenfalls 800 Seiten und schliesst nicht nur den Norden, sondern auch mehrere Nachbarländer Thailands ein.

Können unsere Leser/innen Ihre orangefarbenen Reise-Handbücher nur in Europa oder auch direkt hier in Thailand erhalten?

Unsere Bücher sind in Bangkok erhältlich – im riesigen, wunderbaren „Kinokuniya Buch-Shop“ des neuen Einkaufszentrums „Siam Paragon“. Doch haben wir unsere Bücher natürlich auch schon im Traveller-Viertel rund um die Khao-Sarn-Road gesichtet, wo teils noch alte Auflagen im Second-Hand-Handel ihre Abnehmer finden.

http://www.nongapartment.com/
http://www.thailand-property-gate.com/
http://ido24.de/der-farang.com/
http://www.ark-bar.com/
http://www.insurance-for-thailand.com/de/
http://www.farangtaxi.com
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http://www.buttra.com
http://www.swisshelpingpoint.com
http://www.pictures-thailand.com/
 http://www.pattaya-agency.net/realestate/index.php?action=page_display&PageID=6
http://www.samuiroestiland.com/
http://www.motorstationpattaya.com/
http://www.samui-webtv.com/
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